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5. Internationale Verkehrstage - 2008 "Modifizierte Bindemittel/Asphalte - Vorteil für Baulastträger, Straßennutzer und Umwelt?"

Am 28./29. August 2008 wurden die 5. Internationalen Verkehrstage in Wuppertal unter dem Titel „Modifizierte Bindemittel/Asphalte - Vorteil für Baulastträger, Straßennutzer und Umwelt?" veranstaltet. Es nahmen 140 Teilnehmer aus 10 Nationen von 3 Kontinenten (Amerika: USA, Asien: Indien, Europa: Belgien, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Österreich , Türkei, Schweden und Schweiz) an der Veranstaltung in der Pauluskirche zu Wuppertal-Unterbarmen teil.

Unter der Federführung des Lehr- und Forschungsgebietes Straßenentwurf und Straßenbau von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Beckedahl veranstaltete das Fachzentrum Verkehr der Bergischen Universität Wuppertal die mittlerweile fünfte Auflage der Internationalen Verkehrstage in Wuppertal. Hierbei wurden weltweite Entwicklungen und Entwicklungstendenzen der Bitumen- und Asphaltbranche insbesondere auf den Gebieten Bitumen- und Asphaltmodifikation vorgestellt und diskutiert.

Lösungsmöglichkeiten zu den vielfältigen teilweise konträren Zielen im Straßenbau wurden im Rahmen der 5. Internationalen Verkehrstage in Wuppertal einem breitem Publikum aus öffentlicher Bauverwaltung, Politik, Forschungsinstituten , Baufirmen , Produzenten von Bindemitteln auf Bitumenbasis und Modifizierungsprodukten sowie Material- und Prüfinstituten dargestellt und gemeinsam fachlich kritisch hinterfragt. Namhafte Referenten stellten als Lösungsmöglichkeiten unterschiedlich modifizierte Bindemittel/Asphalte vor, die innerhalb aber auch außerhalb geltender Regel- und Vorschriftenwerke liegen. Sowohl Materialien, die sich noch im Forschungsstadium befinden als auch solche, die schon in der Bauausführung im In- und Ausland erfolgreich umgesetzt worden sind, werden thematisch behandelt und deren Auswirkungen erörtert.

Das Hauptaugenmerk lag bei der Veranstaltung auf den Aspekten der Umwelt- und Arbeitssicherheit, der Forschungs- und Prüfungsmethoden, der Modifizierungen und des Einbaus sowie der Praxiserfahrungen bei der Verwendung von modifizierten Bindemitteln und Asphalten.

Gerade gesellschaftlich erhält der Umweltaspekt unter dem Gesichtspunkt der globalen Erwärmung und der daraus geforderten C02-Reduktion einen immer größeren Stellenwert. Andererseits bedingt die Globalisierung deutlich erhöhte Transportleistungen im Güterverkehr. Das wachsende Güterverkehrsaufkommen wird in immer stärkerem Ausmaß über die Straße abgewickelt. Die sich daraus ergebende Überbeanspruchung des Straßenoberbaus erfordert aus volkswirtschaftlicher Sicht die Entwicklung nachhaltiger Bauweisen. Dem stehen begrenzte Haushaltsmittel von Bund, Ländern, Kreisen und Kommunen für den Straßenbau und die Straßenerhaltung gegenüber, die weit hinter den Erfordernissen zurück bleiben. Da ca. 90% aller Straßen in Deutschland in Asphaltbauweise ausgeführt werden, stellen die aus den verschiedenen Aspekten resultierenden Zielkonflikte speziell für das Baustoffgemisch Asphalt eine Herausforderung dar.

Resümierend konnte festgestellt werden, dass durch den Einsatz von modifizierten Bindemitteln und Asphalten verbesserte Eigenschaften erwartet werden. Diese liegen vor allem in einer Verminderung der Spurrinnenbildung und Erhöhung der Ermüdungsfestigkeit. Daraus resultieren längere Nutzungsdauern der Asphaltbeläge sowie ein geringerer Erhaltungsaufwand des Straßenaufbaus. Somit erhalten Baulastträger einen monetären Vorteil und Straßennutzer einen besseren Verkehrsfluss durch weniger Baustellen. Die Umwelt wird durch einen geringeren Energiebedarf und einer somit verbesserten CO2-Bilanz geschont.

Tagungsband:
Schriftenreihe des Fachzentrums Verkehr, Band 10
ISBN 978-3-8322-8917-1
Shaker Verlag Aachen, 2010